
| Bei den Grabungen im Zuge der Umbauen von 1878 und 1935 wurde der Grundriss
der Bergkirche durch den Oberlehrer Wilhelm Wildberger und den Architekten
Wilhelm Wäckerlin (rechter Grundriss; die Originale sind jeweils im Massstab
1:100) aufgenommen. Die bei der Renovation von 1878 an verschiedenen Stellen
freigelegten, nachher aber wieder
übertünchten Fresken erlauben den
Rückschluss, dass das Innere der Kirche vollständig mit Wandbildern bedeckt
war, die zu verschiedenen Zeiten entstanden sind. Der historische Verein
Schaffhausen liess davon Kopien in natürlicher Grösse anfertigen. Der obere Grundriss ist eine Zusammenstellung aus aus den bekannten Unterlagen und zeigt auch den heutigen Ausbau der Bergkirche. Die folgenden Kommentare beziehen sich auf die Buchstaben im obigen Plan. |
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| B | Fundamente der Altarnische | |
| C | Fensternische in gotischer Form, die mit stehenden Backsteinen vermauert wurde | |
| D | Reste von verschiedenen Figuren, unter anderem eines Bischofs und einer Stadt, vielleicht Jerusalem (um 1500) | |
| E | Gemälde der zwölf Apostel (Abendmahl) in beinahe Lebensgrösse (um 1500) | |
| F | Christus als Schmerzensmann zwischen Maria und Johannes (um 1500) | |
| G | Gemälde einer Gruppe um den betenden Moses auf dem Berg Nebo (um 1500) | |
| H | Gemälde der heiligen drei Könige beim Jesuskind (wahrscheinlich 14. Jh) | |
| J | Gemälde der Hirten an der Krippe (wahrscheinlich 14. Jh.) | |
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Fasst man die Erkenntnisse der beiden Grabungen
(Bilder
von der letzten Grabung) zusammen, so ergibt sich etwa
folgendes Bild. Die erste nachweisbare Anlage war ein karolingischer Bau, der
aus einem einschiffigen, flachgedeckten Langhaus und einem halbrunden Chor
bestand. Als einziger Rest dieser Kirche hat sich das Fundament der schön
gemauerten Apsis erhalten. Diese Kirche war möglicherweise 1292 abgebrannt.
Danach folgte eine spätromanische Kirche, deren Schiff ungefähr eine Länge von
16 m und eine Breite von 8.5 m hatte. Sie wurde ausgewiesen durch die Mauerzüge
D, L, M und N, sowie durch den quadratischen Anbau A, der wohl eher eine
Sakristei als ein Turm gewesen war. Vermutlich schloss der Chor rechteckig ab.
Die starke Mauer bei N lässt auf ein Westwerk mit Turmaufbau schliessen. In
gotischer Zeit fand abermals ein Umbau statt, bei der der Chor mit der
Mauerpartie G, G, E, H und J ausgestaltet wurde (wahrscheinlich letztes Viertel
des 14. Jahrhunderts). Die letzte Bauetappe in Vorreformatorischer Zeit fügt an
der Nordseite des Schiffes den Turm an (1484).
Nach der Reformation von 1529 wurde die Kirche dem veränderten
Glaubensbekenntnis angepasst. Dabei verschwanden die Altäre und die
Inneneinrichtung aus der Kirche und die Freken und Wandgemälde wurden
übertüncht. 1598 wurde aus Platzmangel der
Kirchenraum vergrössert. Man ging dabei ähnlich wie bei der im gleichen Jahr
vorgenommenen Erweiterung der Bergkirche Hallau vor. An die Stelle der
vormaligen Südfront traten von Säulen getragene Bogen. Die neue Südwand schob
man ca. 5.5 m vor.
Der
Turm hat einen quadratischen Grundriss mit 7 m äusserer Seitenlänge. Die
Mauern sind teilweise bis zu 3 m dick.Die Eckquader bestehen aus rotem Sandstein. Der Körper wird durch nach unten stark gekehlten Sandsteingurten, die jedoch auf der Südseite unterbrochen sind, in vier Geschosse aufgeteilt. An der Nordseite kann unter dem Zifferblatt eine urtümliche Fratze, ein Mönchsgesicht mit Tonsur, bemerkt werden. Das oberste Geschoss ist mit gotischen Schallfenstern geöffnet. Nur das nach Norden besitzt noch Fischblasen. Bei den anderen sind lediglich die Sandsteinfassungen übrig geblieben. |
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letzte Änderung: 11.04.04